Archiv der Kategorie: ÖkoProWe 1-2019

Vernetzung für eine lebenswerte Zukunft

Das war die Öko-Projektwerkstatt 1-2019

Von 12. – 15. April 2019 fand die bereits 6. Öko-Projektwerkstatt, ein österreichweites
Vernetzungstreffen und Seminarwochenende für ökologisch, sozial und  nachhaltigkeits-politisch interessierte (junge) Menschen, im Lester Hof (Kefermarkt, OÖ) statt. Neben  spannenden Vorträgen und Workshops bot die Veranstaltung den rund 60 Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen im Nachhaltigkeitsbereich gemeinsam mit anderen weiterzuentwickeln.

Eröffnet wurde die Öko-Projektwerkstatt mittags mit einem gemeinsamen Potluck. Beim Verzehr der eigens mitgebrachten Speisen konnten sich die Teilnehmenden so schon etwas näher kennenlernen. Auch der restliche erste Tag stand ganz im Zeichen von Teambuilding und gruppendynamischen Erfahrungen, um das gegenseitige Vertrauen unter den Teilnehmenden zu stärken. Abends gab Fred Luks, ehem. Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, einen Input mit anschließender Diskussion über Nachhaltigkeitsstrategien in Institutionen mit dem Schwerpunkt Hochschulen. Nach dem Abendessen konnten die Teilnehmenden verschiedenste Angebote auswählen, die dazu dienten, auch emotional am Ort anzukommen: Gespräche und Kennenlernen am Lagerfeuer, eine Schwellenwanderung und teilweise selbst organisiertes Programm.

Samstagvormittag standen die zwei Keynote-Workshops „Umweltpsychologie“ und „Demonetize – Schritte zum Leben ohne Geld und in eine geldfreie Gesellschaft“ zur Auswahl. Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden zwei von vier Workshops zu folgenden Themen besuchen: „Gemeinwohlökonomie – über Wirtschaften mit menschlichen Werten“, „Nachhaltigkeitskommunikation“, „Die UN-Sustainable Development Goals und ihre Umsetzung“ sowie „Die Rolle der Zivilgesellschaft in der
Nachhaltigkeitspolitik“. In der anschließenden großen Zusammenkunft wurde über die jeweiligen Workshops berichtet, sodass alle Anwesenden die Essenzen aller Workshops mitnehmen konnten. Nach dem Abendessen konnten im Open Space noch offene Fragen diskutiert, neue Themen eingebracht, und etwaige Ideen für die Projektwerkstatt am Folgetag verfeinert werden.

Am Sonntag fand schließlich die Namensgeberin dieses Wochenendes statt: die Projektwerkstatt. Mittels des Formats „Design for Wiser Action“ konnten 8 Projektideen mithilfe des Feedbacks der anderen Teilnehmenden und einigen Referierenden vom Vortag weiterentwickelt werden. Nach dem Mittagessen wurde dann Hand angelegt. Das junge Wiener Start-Up Hut und Stiel stellte sich vor, gab Auskünfte über die Bedeutung von Speisepilzen und wie diese in Wien auf Basis von Kaffeesätzen hergestellt werden. Danach stellten die Teilnehmenden selbst ihre eigenen Pilzsubstratsack zusammen, welche sie als wohlschmeckendes Andenken mit nach Hause nehmen konnten. Abends konnten diese noch einigen Geschichten mit persönlichem, gesellschaftspolitischem Bezug lauschen, die Teilnehmende selbst mitgebracht haben.

Am letzten Tag wurde gemeinsam reflektiert, Feedback eingeholt und nächste Schritte besprochen. Besonderes Lob bekam dabei Koch Luc, der alle das gesamte Wochenende mit köstlichen veganen Speisen versorgte – zubereitet mit regionalen, saisonalen und hauptsächlich biologischen Produkten.

Fazit: Die Veranstaltung war sehr intensiv und konnte alle drei Hs (Hand, Herz und Hirn) bedienen. Es entstanden neue Vernetzungen, viele Freundschaften und gute Projekte, welche die Teilnehmenden mithilfe des Ökovernetzungsfördervereins weiterverfolgen werden. Der Ansatz des Art of Hostings and Harvesting wurde als geeignete und gut angewandte Philosophie des Wochenendes von den Teilnehmenden rückgemeldet. Verbesserungsvorschläge basierend auf dem Feedback werden für die
nächste bereits angesetzte 7. Öko-Projektwerkstatt von 25.-27.10.2019 eingeplant.

Der Ökovernetzungsförderverein bedankt sich für die finanzielle Unterstützung durch

  • ÖH Bundesvertretung
  • ÖH Uni Wien (STV Biologie, Geographie und Soziologie, Sonderprojekttopf)
  • ÖH Uni Graz (Sonderprojekttopf)
  • ÖH Boku (Projektopf, STV Agrarwissenschaften und Umwelt- und Bioressourcenmanagement)
  • ÖH Uni Klagenfurt
  • HTU Graz
  • ÖH Uni Klagenfurt
  • Klimabündnis Oberösterreich
  • Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
  • Ökosoziales Forum Wien
  • Energiebezirk Freistadt
  • Samen Maier

 

René Hartinger, Harald Rechberger, David Steinwender, Daniel Streit, Katharina Toth

Verantwortung Erde

Verantwortung Erde wurde 2015 ins Leben gerufen, weil wir das dringende Bedürfnis empfinden, nach Lösungen für die zunehmenden Krisen auf unserem Planeten zu suchen. Wir wollen nicht länger auf die “Rettung von oben” warten, sondern unsere Zukunft aktiv mitgestalten. Nach dem Motto “global denken – lokal handeln” sind wir seither darum bemüht, “den Wandel” sowohl theoretisch als auch praktisch zu entwickeln und umzusetzen.
Die Vision einer “geldfreien Gesellschaft” spielt hierbei eine zentrale Rolle. Sie ist mittlerweile zugleich gedankliche Grundlage sowie Ziel unserer Handlungen.
Diese Handlungen finden auf mehreren Ebenen statt, in die wir im Zuge unseres Workshops einen Einblick geben möchten.

ReferentInnen: Julia Hueter und Gerald Dobernig

Demonetize – Schritte zum Leben ohne Geld und in eine geldfreie Gesellschaft

In unserem Workshop gehen wir auf unser Verständnis des Gedankens/Slogans “global denken – lokal handeln” ein und bringen Beispiele, mit welchen Projekten und auf welchen Ebenen wir diese Leitgedanken in unseren Handlungen und Aktivitäten umsetzen. Wir beschäftigen uns außerdem mit den fünf Schlagworten “regional, solidarisch, pflanzlich, ökologisch und eigenverantwortlich”, die nach unserem Verständnis für die gesellschaftliche Transformation unabdingbar sind und nach denen wir selbst bestrebt sind, zu leben. Vor allem der Gedanke der Geldfreiheit spielt dabei eine zentrale Rolle, deshalb wollen wir unsere Überlegungen und Erkenntnisse teilen und dazu anregen, sich selbst und alltägliche Handlungen im Kontext der Geldfreiheit zu reflektieren. Als Ausblick wollen wir uns gemeinsam überlegen, wie geldfreie Räume in unser Umfeld implementiert werden können und wie zukünftige Gemeinschaften in diesen Räumen agieren können.

Nachhaltigkeitskommunikation

Wie stellen sich heute Initiativen dar und welche Geschichte erzählen sie? Wir schauen uns gute und weniger gelungene Beispiele an. Welche Kommunikate haben welchen Effekt und was funktioniert in Sozialen Medien? Welche Eigenschaften sollte ein Label im Kontext Nachhaltigkeit haben?  Wir werden versuchen gemeinsam Elemente für einen Kommunikations-Baukasten zu entwickeln.  Unterlagen auf frkm.eu/label

 

Vortragender: Dr. Roland Alton

Psychologie im Umweltschutz – Ansatzpunkte und Barrieren für umweltschützendes Handeln

Tagtäglich treffen wir eine Vielzahl von Entscheidungen, die – ob wir es wollen oder nicht – Einfluss auf unsere Umwelt haben. Ob wir die Natur schützen oder sie schädigen, ist in den seltensten Fällen eine bewusst getroffene, rationale Entscheidung.

Was treibt jede*n Einzelne*n an, sich umweltschützend zu verhalten? Und was gerade nicht? Diese Fragen wollen wir mithilfe eines umweltpsychologischen Modells, wissenschaftlicher Studien und Beispielen aus der Praxis beantworten.

Gemeinsam wird diskutiert, wie sich das Wissen in die Praxis umsetzen lässt, und konkrete Ableitungen für Nachhaltigkeitsprojekte erarbeitet. Auch Zeit zur Reflexion persönlicher Beweggründe und des eigenen Handelns wird es geben.

 

Vortragende: Maxie Riemenschneider (Wandelwerk)

Die Rolle der Zivilgesellschaft in der Nachhaltigkeitspolitik

#aufstehn ist eine neue Form der zivilgesellschaftlichen Kampagnenorganisation: Wir sind eine wachsende  Community engagierter Menschen, die sich für progressive Politik, soziale und ökonomische Fairness und ökologische Verantwortung einsetzen. Die digitalen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts machen wir uns zunutze, um unser Engagement entlang aktueller Themen zu bündeln und politische und gesellschaftliche Mitbestimmung zu ermöglichen.
 
Im Workshop schauen wir uns an, warum es so wichtig ist, dass sich die Zivilgesellschaft für Umweltthemen einsetzt. Wir sprechen darüber, wie Menschen zu Umweltthemen mobilisiert werden können, wie eine (Umwelt-)Kampagne aufgebaut ist und was bei der Planung bedacht werden sollte. Nach einem kurzen Input durch die Vortragende können die Teilnehmer_innen sich selbst am Entwerfen einer Kampagne versuchen.
 
Vortragende: Johanna Morandell

Nachhaltigkeitsstrategien in Institutionen mit Schwerpunkt auf Universitäten und Hochschulen

Der Vortag beschreibt zunächst einige generelle Herausforderungen, die das Leitbild “Nachhaltige Entwicklung” mit sich bringt. Danach wird erörtert, was zu beachten ist, wenn Nachhaltigkeit in Organisationen vorangebracht werden soll. Dabei werden Erfahrungen in privaten und öffentlichen Organisationen geteilt. Auf dieser Basis geht es um strategische und praktische Aspekte von Aktivitäten zur Verankerung von Nachhaltigkeit in Hochschulen.

 

Vortragender: Dr. Fred Luks

Wandelwerk

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die in zwei Welten zuhause sind: Im Umweltschutz und in der Psychologie. In unserer Arbeit wollen wir das Wissen der Psychologie mit dem aktiven Umweltschutz verbinden. Denn ob für die Social-Media-Kampagne oder das Guerilla-Gardening-Fest: Es geht immer um Menschen. Als Studierende und Berufstätige Psycholog*innen aus verschiedensten Ecken Deutschlands haben wir uns über unser gemeinsames Ziel zusammengefunden: Euch Wissen zu geben und von Euch zu lernen.

Sustainable Development Goals und ihre Umsetzung

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) ist das derzeit wichtigste Bezugssystem für Nachhaltige Entwicklung und eine Welt, in der die drei Dimensionen einer „nachhaltigen Entwicklung“ – Umwelt, Soziales und Wirtschaft – in Balance sind. Die Agenda hat zwei zentrale Zielsetzungen, die bis 2030 erreicht werden sollen: die Natur und den Planeten nicht durch menschliche Einflüsse zu zerstören (bzw. für die Menschen unbewohnbar zu machen), sowie das Prinzip „Leave no one behind“ – also eine Welt zu schaffen, in der allen Menschen ein menschenwürdiges und lebenswertes Leben möglich ist, und auf diesem Weg niemanden zurückzulassen. Um diese wichtige Vision zu erreichen wurden die wichtigsten Faktoren identifiziert und in 17 Ziele gegossen, die uns als Kompass in diese bessere Welt dienen.

Der Workshop vermittelt Grundlagenwissen über die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele und geht interaktiv mit den Teilnehmer*innen auf Spurensuche: Wo finden wir die SDGs im eigenen Alltag wieder, wo liegen Verantwortlichkeiten und welche Handlungsmöglichkeiten haben wir auf jeweils unterschiedlichen Ebenen?

 

Referent: René Hartinger